Häufige Fragen

Was sind die Maßeinheiten für Biomasse als Brennmaterial?

Biomasse wird entweder nach dem Gewicht oder nach dem Volumen gemessen:

Nach Gewicht: Kilogramm (kg) oder Tonnen (t)

Nach Volumen: Das Volumen von Hackgut wird in Schüttraummeter (Srm) gemessen

Ein Srm entspricht einem Kubikmeter (m³).

1 Srm Hackgut kann man umrechnen in:

  • 0,33 Festmeter (fm) Rundholz
  • 0,47 Raummeter (rm) Scheitholz
  • 0,40 Raummeter (rm) Stückholz geschichtet
  • 0,67 Srm Stückholz geschüttet

Pellets werden in Kilogramm gemessen und haben einen Energieinhalt von 4,9 kWh / kg. Pellets sind entweder lose mit dem Tankwagen lieferbar oder in Säcken von 15kg und in Big Bags bis 700 kg.

Wie viel Brennmaterial brauche ich?

Einerseits hängt es sehr stark von der Qualität des Brennmaterials, andererseits von der Isolierung und Größe des Gebäudes ab.

Für jeden m² zu beheizender Fläche braucht man bei einem Haus mit:

  • sehr guter Isolierung (30 kWh/m²/Jahr) 0,04 Srm Hackgut, 6 kg Pellets oder 0,016 rm Buchenscheitholz.
  • mittlerer Isolierung (70 kWh/m²/Jahr) 0,09 Srm Hackgut, 11 kg Pellets oder 0,04 rm Buchenscheitholz.
  • schlechter Isolierung (120 kWh/m²/Jahr) 0,15 Srm Hackgut, 24 kg Pellets oder 0,06 rm Buchenscheitholz.

1000 kWh Heizenergie erreicht man mit ca. 1,2 bis 1,5 Srm Hackgut.

1.000 Liter Heizöl können ersetzt werden durch:

  • ca. 5 – 6 rm Laubholz
  • ca. 7 – 8 rm Nadelholz
  • ca. 10 -15 Srm Hackgut
  • ca. 2.000 kg Pellets

Nach Energiegehalt

Dabei wird mit einem Wärmemengenzähler die verwendete Energie gemessen und dann in Kilowattstunden (kWh) oder bei grösserer Menge in Megawattstunden (MWh) abgerechnet. Genau so wie der verbrauchte Strom mit einem Stromzähler gemessen wird.

Der Vorteil dieser Methode: es ist fast unerheblich welche Qualität an Brennstoff verwendet wird – der Kunde zahlt ohnehin nur die gelieferte Energie.

Was kostet es, mit Biomasse zu Heizen, im Vergleich zu anderen Energieträgern?

Ein Beispiel für ein Gebäude das jährlich 5.000 l Heizöl braucht ist in folgender Tabelle dargestellt:
(Stand von 1.6.2010)

Quelle (Einheit) € / Einheit kWh / Einheit € / kWh Verbrauch Jahresheizkosten für 50.000 kWh in €
Heizöl (l)          
extraleicht 0,70 10 0,07 5000 l 3.500
Scheitholz (rm)          
Laubholz 58 1.800 0,032 27,5 rm 1.600
Nadelholz 36 1.300 0,028 38 rm 1.370
Hackgut (Srm)          
gute Qualität 22 800 0,0275 62 Srm 1.360
mäßige Qualität 12 600 0,02 83 1.000
eigenes Holz – nur hacken 3,60 700 0,005 72 Srm 260
Pellets (kg) 0,20 5 0,04 10.000 kg 2.000
Tagstrom (kWh) 0,20 1 0,20 50.000 kWh 10.000
Nachtstrom (kWh) 0,10 1 0,10 50.000 kWh 5.000

Wie stehen Wassergehalt und Heizwert in Zusammenhang?

Der Energieinhalt von 1kg Holz ist von der Baumart nur in sehr geringem Maß abhängig. Die folgende Tabelle gibt den Heizwert in kg an:

Wassergehalt in % Heizwert i n kWh/kg
  Laubholz Nadelholz
5 4,90 5,20
10 4,62 4,91
15 4,06 4,32
20 3,78 4,02
25 3,51 3,73
30 3,23 3,44
35 2,95 3,14
40 4,34 4,61
15 2,67 2,85
45 2,39 2,55
50 2,11 2,26
55 1,83 1,97
60 1,55 1,67

Wie stehen Volumen und Wassergehalt in Abhängigkeit zu Gewicht und Wasser?

Folgende Tabelle gibt an, wieviel Schüttraummeter Hackschnitzel der Hauptbaumarten bei unter-schiedlichem Wassergehalt wiegt und welchen Heizwert er hat:

Wassergehalt in % Raumgewicht in kg/srm Heizwert in kWh/srm
  Buche Eiche Kiefer Fichte Buche Eiche Kiefer Fichte
0 222 224 172 151 1086 1100 896 784
15 261 264 203 178 1059 1072 876 767
20 277 280 216 188 1048 1062 867 759
25 296 299 230 201 1036 1049 858 750
30 316 320 246 216 1022 1034 846 740
35 341 345 265 232 1005 1018 834 729
40 369 374 287 251 986 998 818 716
45 403 408 314 274 963 975 801 700
50 443 449 345 302 936 948 780 682
55 492 499 383 335 902 914 754 659
66 554 561 431 377 860 872 721 631

1 Liter Heizöl hat einen Brennwert von 10kWh.
1 Srm Fichtenhackschnitzel (WG 30 %) hat den Heizwert von 74 Litern Heizöl, die Buche liegt mit 102 Metern deutlich höher.

1 Festmeter (fm) = 1,4 Raummeter/Ster (rm) = 2,5 Schüttraummeter (Srm) Schnitzel

Wann muss ich einen Pufferspeicher haben?

Ein Pufferspeicher ist bei Hackgut- oder Pelletsheizungen nicht notwendig, da der Brennstoffzufuhr automatisch und kontinuierlich geregelt wird.

Bei einer Stückgutheizung ist ein Pufferspeicher wichtig um einen komfortablen Ablauf zu gewährleisten. Nur durch die gespeicherte Wärme in Puffer, ist ein dauerndes Nachheizen nicht mehr erforderlich. Der Überschuss an Energie bei vollem Abbrand der Scheite muss in einem Puffer gespeichert werden können. Hier ist es wichtig, die Größe des Speichers nach heutigen Erfahrungswerten anzusetzen.
( Puffervolumen = Füllvolumen des Kessels x 10 bis 15 )

Berechnungsformel nach EN 303/5:
VSp = 15 x TB x QN x (1 – 0,3 x QH / Qmin)

VSp = Pufferspeichervolumen in Liter
TB = Abbrandzeit in Stunden bei Nennlast (brennstoffabhängig)
QN = Kesselnennleistung in kW
QH = Heizlast des Gebäudes in kW
Qmin = Minimale geprüfte Nennleistung des Kessels in kW

Gibt es bei Hackgutheizungen viele Störungen?

Nicht wenn man auf gute Beförderungstechnik achtet und entsprechendes Hackgut verwendet. Der häufigste Störungsauslöser ist zu ungleichmäßiges, faseriges oder mit Fremdkörpern belastetes Hackgut. Wenn man auf gute Qualität achtet, gibt es einen störungsfreien Betrieb.

Die Beförderungstechnik muss entsprechend der Anlagenleistung dimensioniert und aus hochwertigem Material gefertigt sein. Nicht der Durchmesser der Beförderungsschnecke, sondern die Zwischenräume und die Form der Schneckenwindungen sind für einen störungsfreien Verlauf ausschlaggebend.

Wie hoch ist der Einsatz von Diesel und Benzin bei der Herstellung von Hackschnitzel?

Um Holz für die Erzeugung von 50 Srm Hackgut aus dem Wald zu holen und zu zerkleinern ist der Einsatz von ca. 45 Liter Diesel und 3 Liter Benzingemisch erforderlich.

Oder: Um den Gegenwert von 1.000 Liter Heizöl zu erzeugen braucht man ca. 12 Liter Treibstoff.

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